-
B314 Clipper Friday Night World Tour

Flüge
Standort
Gesamtstrecke
Gesamtflugzeit
26
M35 Lindeys Landing West
19204 NM
161h56mins

Vorgeschichte
Sofort nach meiner abgeschlossenen 1. Weltumrundung kam die Frage von Beobachtern und Simpiloten gleichermassen: Wann ist die nächste? Welches Flugzeug wirst du fliegen? Ich wies alle Anfragen weit von mir, war ich doch gerade erst wieder angekommen. Über die nächsten Monate bewegte ich hauptsächlich die grosse Düse im Kurzstreckenverkehr über Europa. A320, MD-81, MD-11, Fokker70, B737 und B747 gehörten zu meinem ständigen Flugpark und 3 Stunden war schon ein langer Flug.

Nach dem wohl 100. Anflug auf EDDF schweifte mein Blick wieder über die Weltkarte der ersten Umrundung und mir fielen die Gebiete auf, die ich ausgelassen hatte. Australien, Südamerika, Afrika, alles Kontinente, die ich auf meiner Tour nicht gesehen hatte. Hier wollte ich noch hin, was lag näher als dies mit einer 2. Worldtour zu verbinden?

Schnell begann ich mit der Routenplanung, doch schon bald stellte ich fest, dass ich diesmal ein grösseres Flugzeug brauchen würde, um die längeren Strecken bewältigen zu können. Somit fiel mein erster Kandidat, die Piper Cheyenne, schon mal aus. Auch für die KingAir kam aufgrund der Reichweite das Aus. Nun wollte ich aber auf gar keinen Fall eine Düse fliegen, es musste ein Prop sein. HS748, C130 und auch DC6B waren in der engeren Wahl, und ich hatte mich schon fast für die DC6B 'FlyingRedBull' entschieden, als mir durch Zufall die B314 über den Weg lief. Meine Mutter hatte das Buch 'Nacht über Wasser' von Ken Follet gelesen und schwärmte von dem grossen Flugboot. Und wenn meine Mutter von technischen Dingen schwärmt, dann heisst das schon was.

Also legte ich mir die B314 von Pilot's zu und war sofort begeistert. Ein 4-Prop Flugzeug in der simpelsten Form, die Motorsteuerung vergleichbar mit der DC6B, keine Navigationsinstrumente (ausser einem Kompass und einem Sextanten) und ein rudimentärer Autopilot. Ein echtes Pilotenflugzeug.

Da der B314 von Pilot's auch etliche der alten Flugboothäfen als Scenery beiliegen, sind diese auf der Worldtour natürlich bevorzugte Ziele. Des weiteren alles, was genügend Wasser bietet, also auch grosse und kleinere Häfen. Einige der geplanten Highlight's der Tour: Gibraltar, Skiathos, Suez Kanal, Hawaii, Kingston, San Francisco und die unzähligen Wasserflughäfen Nordamerikas und Kanadas.

1
EGHI Southampton
LESO San Sebastian
452 NM
3h47mins
Was war ich vor diesem Flug nervös. FSPassengers hatte ich seit der letzten Weltreise nicht mehr benutzt, das Flugzeug war in gewissen Punkten noch Neuland für mich und schon zum Start hatten sich etliche Zuschauer auf SAG-TV eingefunden. Der Start erfolgte, typisch für England, bei Regen. Meinen Passagieren (35 an der Zahl) hat das nicht so gefallen, aber bei ein paar 1000 Fuss war es schon wieder ruhig und spätestens mit den ersten Drinks war die Angst verflogen. Über Frankreich hatte ich mit schweren Böen zu kämpfen und kurz vorm Anflug setzte auch noch Nebel ein. Trotzdem schaffte ich es durch das permanente Feinabstimmen der Triebwerke meinen Zeitplan einzuhalten und pünkltich in San Sebastian anzukommen. Insofern ein sehr gelungener Auftakt.

2
LESO San Sebastian
LIEE Cagliari
550 NM
4h15mins
Dieser Flug hat wirklich Nerven gekostet. 2 mal liess mich der Flusi im Stich bis ich endlich mit einer Woche Verspätung in Sardinien landen konnte, den ursprünglich geplanten Direktflug nach Tunis musste ich schon beim ersten Mal wegen Überladung und Spritmangels aufgeben. Und auch beim dritten Versuch hatte ich über französischem Boden schwer mit Windböen zu kämpfen. Die Passagiere waren trotzdem sehr zufrieden mit dem Flug, wenn auch das Taxi mit dem Boot meist etwas länger dauert. Das Fahren auf dem Wasser mit der B314 ist wirklich eine ganz eigene Herausforderung, die nur mit assymetrischem Schub zu meistern ist. Die 3 Seitenruder helfen da wenig.

3
LIEE Cagliari
DTTA Tunis
154 NM
1h46mins
Diesmal nur ein kurzer Sprung vom europäischen zum afrikanischen Kontinent. Schon die Fahrt aus dem Hafenbecken in Cagliari heraus macht einfach nur Spass, diese grosse Flugzeug zu 'segeln' ist einfach toll umgesetzt. Der Start an den Schiffskränen vorbei und noch ein letzter Blick auf den Flughafen und das Stadion. Dann gibt es 50 Minuten Wasser, bis die tunesiche Küste aus dem Wolken auftaucht. Leider setzt beim Anflug Nebel und Regen ein, so kann ich diese wunderschöne Stadt gar nicht richtig geniessen, ich darf die Hafeneinfahrt nicht verpassen. Im Endanflug werde ich noch von einem Tanker erschreckt, der gerade auf diese zuhält. Aber wir landen ganz nah an der Einfahrt, der Taxi an den vielen Schiffen vorbei klappt problemlos. Dauert nur ein bisschen zu lange, deswegen kein Bonus für Pünktlichkeit. Aber sonst ein toller Flug.

4
DTTA Tunis
LMML Luga
214 NM
1h39mins
Wieder zurück nach Europa auf die Insel Malta. Diesmal hatte ich viele Zuschauer, die mich auch im Teamspeak begleitet haben. Vor lauter Diskussion habe ich darüber das Anschnallzeichen vergessen beim Start, woher der Baromterfehler kam, ist mir allerdings unklar. Hat trotzdem riesig Spass gemacht und schön langsam fühle ich mich wohl in der Clipper.

5
LMML Luga
LGSA Chania
462 NM
4h11mins
Der Flug ist mal wieder etwas länger, das eigentliche Einsatzgebiet für die B314. In Malta geht es bei Schönwetter los, nach einer Stunde braut sich aber ein Unwetter zusammen. Gepaart mit Gegenwind kann ich meinen Zeitplan nicht einhalten und komme um eine Viertelstunde zu spät auf Kreta an. Es ist dort schon fast dunkel, als ich die Clipper vor dem Hafen der Stadt Chania aufsetze. Und genau wie ich in den HAfen einbiege, gehen in der ganzen Stadt die Lichter an. Das nenne ich ein Willkommen!

6
LGSA Chania
HEPS Port Said
487 NM
3h49mins
Mit einem Tag Verspätung hebt die B314 bei wunderschönem Wetter in Kreta ab. Noch einmal darf ich den Hafen von Chania bewundern, Toni Agramont's Szenerien gefallen mir. Nachdem ich die Insel in ihrer gesamten Länge überfliege gibt es immer wieder was zu sehen. Der Flug über das Mittelmeer vergeht dank des Films recht schnell und gerade rechtzeitig zur Ankunft in Port Said klart es vollkomen auf. Die Landung gelingt perfekt genau vor den Kaimauern des Hafens. An den Schiffen vorbei in das Hafenbecken hinein getuckert und angelegt. Toller Flug! Findet auch FSP, die Beförderung zum Senior First Officer (c7) ist mir gewiss.

7
HEPS Port Said
HEGN Hurghada
257 NM
2h09mins
Der günstige Wind erlaubt einen Start direkt aus dem Hafenbecken von Port Said heraus, um dann in einer grossen Kurve über die Stadt in den Suezkanal einzufliegen. Entlang des Weges gibt es einiges zu sehen, vor allem viele, viele Schiffe, sogar ein Flugzeugträger ist dabei. Über Suez hinaus aufs Rote Meer und auf zur Touristenmetropole Hurghada. Dort gehen wir nach einem Überflug der Stadt und des Flughafens am Strand des Ortsteils as-Siquala nieder, was soviel heisst wie Bootssteg. Sehr passend für die Clipper.

8
HEGN Hurghada
OEJN Jeddah
436 NM
3h28mins
Der Start in Hurghada verläuft aufgrund eines anderen Fluges etwas hektisch und ich vergesse das Altimeter. Kaum in der Luft checke ich das Radar und entdecke AAL316 am Bildschrim, Stefan Hirche hat seine Drohung war gemacht und ist soeben mit seinem Stratocruiser (bei mir als DC6B angezeigt, da mir das AI Modell fehlt) von HEGN abgehoben. Er ist logischerweise auch vor mir da und erwartet mich an der Bucht in Jeddah. Leider gelingt mir der Anflug nicht perfekt und rausche auf den Strand. Aber mit Hilfe des Pushbacks ist das Boot bald wieder frei und ich kann zu meiner eigentlich Parkposition schwimmen und festmachen.

9
OEJN Jeddah
OYAA Aden
631 NM
5h02mins
Nach einer kompletten Flusi Neuinstallation fehlt an meiner Clipper noch so einiges, als ich mich in Jeddah ins Hafenbecken stelle. Nur MS GPS, kein Transponder und auch keine Friday Night World Tour Lackierung. Auch FsPassengers hat noch kein Payload Model und die Klappengeschwindigkeit ist falsch, womit mir die gleich mal beim Start um die Ohren fliegen. Damit startet mein neuer Pilot gleich mal mit heftigen Minuspunkten. Aber dafür erscheint Stefan Hirche pünktlich mit seiner B377 am Abflughafen und bringt auch seinen Bruder Sebastian mit, ebenfalls mit einem StratoCruiser. Meine Vorbereitungen sind rasch abgeschlossen und ich kann vor den beiden B377s in die Luft gehen, sie holen mich natürlich bis Aden wieder ein, so habe ich über SAG-TV einen guten Wetterbericht. Dementsprechend lande ich nach Umrundung der Berge gut und knapp vor der Runway im Hafenbecken. Wenn da nicht die Blurries an diesem Flughafen gewesen wären (doppelte Texturen) hätte mich das fast über den FSP Fehler hinweg trösten können. Trotzdem ein sehr toller Flug, vor allem wegen dem Wetter und der Flugbegleitung durch das Brudergespann Hirche.

10
OYAA Aden
HCMM Mogadishu
650 NM
5h06mins
Dieser Flug sollte schon wieder Routine sein. Aber meistens kommt es anders. Am Start geht der 2. Motor immer wieder aus, zuerst glaube ich noch an einen Schaden von FSP, dann stellt sich heraus dass meine 4. Achse nicht nur den Schub des 4. Triebwerks steuert, sondern auch den Pitch des 2. Eine falsche Einstellung im FSUIPC, da habe ich wohl zuviel rumgespielt. Beim Taxi habe ich dann wieder nette Blurries in OYAA, obwohl ich die fehlerhaften Texturen entfernt hatte. Der erste Teil der Reise verläuft dann recht unspannend bis zur Küste Somaliens. Dort bekomme ich eine ganz kurze Kriegszonenwarnung von FSP, bis zum Ende des Fluges bleibt es aber ruhig. Nicht ganz so beim Wind, der schiebt mir wie erwartet am ersten Leg noch kräftig an, dreht aber am 2. Leg auf Headwind mit 15 kts, mit Böen bis 35 kts. So ist der Zeitplan schwer einzuhalten und die B314 schaukelt wie ein Blatt im Wind. Zu guter Letzt habe ich auch noch vergessen die richtige Tageszeit einzustellen und als ich endlich über Mogadishu zum Landeanflug ansetze ist es stockdunkel. Ich habe Glück im Unglück, das Mondlicht erhellt mir meine 'Landebahn', auf der der Seitenwind nun mit guten 20 Knoten bläst. Die Landung ist dementsprechend ruppig, aber ich war richtig froh überhaupt noch landen zu können.

Blue Skies!
Pontiac51

-
B314 Clipper Friday Night World Tour